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Bauer Media Group plant Bauer Druck Köln stillzulegen
***pBIZm - (ots) - Die Geschäftsleitung der Bauer Media Group hat die Vertreter der Belegschaft ihrer Druckerei in Köln, den Betriebsrat und den Wirtschaftsausschuss, heute darüber informiert, dass geplant ist, die Druckerei zu schließen. Ein genauer Zeitpunkt, wann das Vorhaben realisiert werden soll, liegt noch nicht fest. Zunächst werden die Verhandlungen eines Interessenausgleiches zwischen den Vertretern der Mitarbeiter und Bauer Druck Köln aufgenommen. Die Produktion wird fortgesetzt.
Der Schritt, die Schließung des Kölner Standortes in Erwägung zu ziehen, ist auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, insbesondere diejenigen der Druckindustrie zurückzuführen. Die Marktsituation lässt es seit Jahren nicht zu, die Druckerei in Köln wirtschaftlich rentabel zu betreiben, auch in diesem Jahr wird Bauer Druck Köln mit einem deutlichen Verlust in zweistelliger Millionenhöhe abschließen. Diese Entwicklung ist insbesondere auch vor dem Hintergrund bedauerlich, dass 2007 bis 2009 12,3 Millionen Euro in den Standort investiert wurden, um die betriebsinternen Abläufe zu optimieren und den Negativtrend der Ergebnisse aufzuhalten. So wurde eine weitere Gravureinheit mit Lasertechnologie aufgestellt, das Qualitätssicherungsverfahren Softproof realisiert sowie ein umfassender Umbau der Druckerei zur Automatisierung des Materialflusses durchgeführt. Bauer Druck Köln ist heute ein modern ausgestatteter Standort. Leider zeigt sich aber, dass auch diese Investitionen nicht ausreichen, um mittelfristig kostendeckend und marktgerecht zu produzieren.
Die Bauer Media Group zählt zu Europas führenden Zeitschriftenverlagen. Sie publiziert 282 Zeitschriften in 15 Ländern und beschäftigt 6.600 Mitarbeiter. Allein in Deutschland gibt das Familienunternehmen 48 Zeitschriften heraus und erreicht 32 Millionen Leser. Der Umsatz der Bauer Media Group liegt bei 1,79 Milliarden Euro pro Jahr. (Quellen: ag.ma, Geschäftsbericht)
Druckindustrie leidet unter der Rezession
Fundamentale Daten sind besser als aktuelle Wirtschaftszahlen
***pBIZm - (bvdm) Die deutsche Druckindustrie leidet seit Jahresbeginn unter den Folgen der weltweiten Rezession. Positive Impulse von den Werbeausgaben der Wirtschaft fehlen gänzlich, so der Bundesverband Druck und Medien e.V. (bvdm) anlässlich seiner Jahrespresse¬konferenz am Dienstag, dem 14. Juli 2009 in Frankfurt am Main. Für 2009 rechnet die Druckindustrie mit einem Umsatzrückgang von etwa sechs Prozent. Im Jahr 2008 erwirtschafteten die rund 11 000 Unternehmen der Branche einen Umsatz von etwa 23,3 Milliarden Euro. Dies sind rund ein Prozent weniger als noch im Jahr zuvor (23,6 Milliarden Euro). Die Kapazitätsauslastung der Betriebe sank im Jahresdurchschnitt 2007 von 83,2 Prozent, über 81,9 Prozent für 2008 auf 79,4 Prozent bis April 2009. Die Umsätze liegen für die Betriebe mit 50 und mehr Beschäftigten kumuliert bis April 2009 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zehn Prozent niedriger.
Außenhandel schrumpft – Zahl der Beschäftigten noch konstant
Das Exportvolumen für Druck-Erzeugnisse sank 2008 um 3,6 Prozent, das der Verlagserzeugnisse um 7,3 Prozent. Auch das Volumen der Importe ist geschrumpft. Hier verzeichnet die Branche für 2008 einen Rückgang von rund sieben Prozent. Insgesamt bleibt die deutsche Druckindustrie aber weiterhin Nettoexporteur. Exporten in Höhe von 4,8 Milliarden Euro stehen Importe in Höhe von zwei Milliarden Euro gegenüber.
In der deutschen Druckindustrie arbeiten derzeit rund 172 000 Mitarbeiter. Nach stabilen Vorjahreszahlen in 2008 rechnet der bvdm für 2009 bei anhaltender Rezession mit sinkenden Beschäftigtenzahlen in der Druckindustrie. Die Zahl der Arbeitslosen ist bei Druckberufen im ersten Halbjahr 2009 bereits um 13 Prozent gestiegen, die Zahl der offenen Stellen um 24 Prozent gesunken. Durch den von der Bundesregierung erleichterten Zugang ist die Zahl der Beschäftigten in Kurzarbeit rasant angewachsen. Im ersten Quartal 2009 arbeiteten durchschnittlich insgesamt 3586 Beschäftigte kurz. Dies ist mehr als das Zwölffache im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (1. Quartal 2008: 260 Beschäftigte).
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