“Voka” - A never ending story
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Die daraus resultierenden Veränderungspotenziale kann die Druckerei sehr viel bewusster für Kundenloyalität, Kundengewinnung, zur Differenzierung, zu Kooperationen einsetzen. Ein mögliches Einsparungspotenzial von rd. 200.000 €/Jahr stünde für die Verbesserung der Geschäftsprozesse zur Verfügung. Das Kalkulations-Unwesen zu überdenken spart nicht nur sehr viel Geld, es birgt auch noch die Chance, bessere Geschäfte zu machen:
- Optimierung von Verkaufsgesprächen
- Vertiefung der Kundenloyalität
- klare Entscheidungen mit Preisuntergrenzen
- Akquisitionskostensenkung
- Ausbau von Key Accounts
- Strategische Schlagfertigkeit
Das werden Kunden honorieren. Damit setzt sich das Unternehmen als Bittsteller ab und agiert aktiv am Kunden. Das durch den Kalkulationsabbau generierte Einsparungspotenzial für die Entwicklung innovativer Produkte oder Dienstleistungen einzusetzen, ist die zweifellos sinnvollere Alternative, anstatt wiederholt geforderte Preisnachlässe damit zu finanzieren. Diese Rechnung geht ohnehin nie auf. Schlussendlich ist die Investition in kundenrelevante Geschäftsprozesse eine weitaus lukrativere Variante, als unaufhörlich in die anachronistische Kalkulationsfalle zu tappen. ***














Guten Tag Herr Zeinhofer
Mit viel Interesse habe ich Ihren Bericht zur VOKA gelesen. Nähmen wir in dieses Kapitel noch den Unmut über die archaischen Kalkulationshilfen, sowie die marginalen Auswertungsmöglichkeiten aus diesen Systemen, dann müssen wir uns ehrlicherweise eingestehen, dass wir noch genau gleich arbeiten wie nach dem Krieg mit den KN(*). Basierend auf einer Vollkostenrechnung haben wir uns die letzten 60 Jahre nicht weiter entwickelt, sondern nur die Geschwindigkeit dieses Prozesses dank der EDV erhöht. Anstatt in den Blättern zu wühlen, wühlen wir in der EDV und lassen uns noch von dieser den Prozess vorschreiben. Dabei wären wir auch gleich beim Wort Prozess.
“Zustandsveränderung” - es klingt hart: wenn wir uns nicht verändern, dann werden wir verändert. In der grafischen Branche gibts genügend irreversible Beispiele (Vorstufe, Buchdruck usw) für solche “Versäumnisse”. Woran liegt die Schwierigkeit, nach 60 Jahren Vollkostenrechnung den Preis für 20′000 Broschüren A4, 16-seitig nochmals neu ermitteln zu müssen und dafür 4 Papierlieferanten anzurufen und den Preis um 2 Euro/kg zu drücken, dafür 1,5h Stunden zu vergeuden und am Papierformat noch 2cm einzuschmürzeln damit der Drucker und Ausrüster seine Maschine aus dem Standardformat fahren muss? Welche Brillianz, welcher Einfallsreichtum.
Dann noch den Kunden anrufen, dass die Offerte einen Tag später ankommt, weil noch nicht alle Abklärungen getroffen werden konnten. Weiter möchte ich mich hier nicht mehr auslassen, das schlägt auf’s Gemüt - es steht der nächste Kundentermin an, und darauf freue ich mich.
Roy Lanz, Druckingenieur, Schweiz
(*) KN = Kalkulationsnormen; in der Schweiz vom Verband herausgegebene Kalkulationsrichtwerte. Sie sind vergleichbar mit den Kosten- und Leistungsgrundlagen des BVDM in Deutschland.
Hallo allerseits
Nun, die Sache ist doch die: Wir geben dauern Preise ab und wundern uns, wenn der Kunde primär nach diesem Kriterium entscheidet und den günstigsten nimmt! Anstatt nachzudenken, welchen Nutzen ich dem Kunden z.B. mit Prozessverbesserungen bringen könnte.
Der Verkauf ist durch den harten Konkurrenzkampf überlastet. Anstatt dass sich die Druckereien zu fragen beginnen, welche Kunden (und nicht Aufträge!) zu der eigenen Firma passen, werden Offertvolumen und Anzahl Kundenbesuche pro Woche erhöht.
Wenn ich nicht Kostenführer bin (und wer ist das schon in D oder CH, Preisführer haben wir hingegen mehr als genug!), gibt es aus diesem Teufelskreis aus meiner Sicht nur einen Weg: Kundenselektion, d.h. dass ich mich frage, welchen Kunden ich mit meinen Leistungen wirklich einen Mehrwert schaffen kann. Und diese Kunden dann mit dem entsprechenden Aufwand zu bearbeiten!
Mit sonnigen Grüssen aus der Schweiz.